L'Oréal UNESCO For Women in Science - Vier Forscherinnen geehrt – ein Abend für Exzellenz und Chancengleichheit
Ein Abend im Zeichen von Sichtbarkeit, Vielfalt und wissenschaftlicher Exzellenz: Gestern wurden die Swiss L’Oréal-UNESCO «For Women in Science» Awards 2026 im Zürcher Kammerorchester (ZKO) in Zürich verliehen. Fast 150 Gästen aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft standen vier herausragende Nachwuchsforscherinnen im Mittelpunkt, gewürdigt für ihre Forschung und ihren Beitrag zur Wissenschaft.
Die feierliche Stimmung war geprägt von hochkarätigen Reden und klaren Botschaften. I.E. Marion Paradas, Botschafterin Frankreichs in der Schweiz und in Liechtenstein; Thomas Zeltner, Präsident der Schweizerischen UNESCO-Kommission; Benoît Dubuis, Präsident der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW; und Claire Dieudonné, Country Coordinator & Market Director Consumer Products bei L’Oréal Schweiz, betonten die Bedeutung der Förderung von Frauen in der Wissenschaft und des Vorantreibens von Chancengleichheit. In einer Videobotschaft begrüsste Guy Parmelin, Bundespräsident und Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), die Auszeichnungen als wichtigen Beitrag zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft in der Schweiz und unterstrich den Wert der Unterstützung herausragender Nachwuchsforscherinnen. Zudem bekräftigte er das Engagement des Bundes für dieses Ziel und würdigte die Partnerschaft des Programms als Beispiel dafür, was öffentliche, zivilgesellschaftliche und private Akteure gemeinsam erreichen können. Nur unter Einbezug aller Talente und Perspektiven lassen sich Antworten auf die grossen Fragen unserer Zeit finden. Durch den Abend führte die Moderatorin Olivia Kinghorst.
Die Preisträgerinnen 2026
Im Mittelpunkt der Feier standen die vier Preisträgerinnen des Jahres 2026. Jede von ihnen steht für herausragende wissenschaftliche Leistungen und den Mut, neue Wege zu gehen. Ihre Arbeit zeigt, wie Vielfalt die Forschung bereichert und warum es wichtig ist, dass Frauen in der Wissenschaft sichtbar sind. Gemeinsam stehen sie für eine Generation, die die Wissenschaft vielfältiger und dadurch stärker macht.
Dr. Millicent Dockerill (Universität Genf, Institut für Organische Chemie) entwickelt reversible gerinnungshemmende Therapien der nächsten Generation, die mit einem schnell wirkenden Gegenmittel in Form eines “chemischen Reissverschlusses” ausgestattet sind. Ihre bahnbrechende Plattform ermöglicht es Ärztinnen und Ärzten, die Medikamentenwirkung in Notfällen sofort zu stoppen. Dadurch kann das Risiko schwerer Blutungen erheblich gesenkt und besonders gefährdete Patientengruppen, darunter Schwangere, geschützt werden.
Dr. Ing. Jana Musilová (ETH Zürich, Institut für Biosysteme D-BSSE) leistet Pionierarbeit für das Fundament eines personalisierten “digitalen Zwillings” des menschlichen Menstruationszyklus. Durch die Verknüpfung von Computational Biology mit longitudinalen Daten zu Steroidhormonen schliessen ihre Open-Source-Modelle wichtige historische Datenlücken im Bereich der Frauengesundheit, und tragen dazu bei, die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen wie Endometriose und PCOS zu verbessern.
Dr. Vera Vollenweider (Universität Zürich, Institut für Quantitative Biomedizin) erforscht innovative antimikrobielle Strategien, die multiresistenten Bakterien das für ihr Wachstum essenzielle Eisen entziehen. Ihre Arbeit untersucht, ob ein langanhaltender Eisenentzug klinisch relevante Krankheitserreger dazu bringen kann, mobile genetische Elemente abzustossen, die Gene für Antibiotikaresistenz und Virulenz tragen.
Dr. Oana Pelea (Universität Zürich, Institut für Biochemie) entwickelt Bridge-Rekombinase-Systeme der nächsten Generation, um hochpräzise genomische Umlagerungen in grossem Umfang in menschlichen Zellen zu ermöglichen. Durch die Weiterentwicklung der präzisen Insertion grosser DNA-Sequenzen von der Grösse eines Gens könnte ihre Forschung dazu beitragen, die Grundlagen für mutationsunabhängige Therapien genetischer Erkrankungen zu schaffen.
Jede Preisträgerin erhielt einen Förderpreis in Höhe von 25'000 CHF. Die Unterstützung gibt den Preisträgerinnen die Möglichkeit, Forschungsprojekte weiterzuverfolgen, internationale Kooperationen auszubauen und wichtige Schritte in ihrer Laufbahn zu machen.
Ein Schweizer Programm mit globaler Reichweite
Das 2025 in der Schweiz lancierte Programm «For Women in Science» wird in Partnerschaft von L’Oréal Schweiz, der Schweizerischen UNESCO-Kommission und der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW unter dem Patronat des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) durchgeführt.Auf internationaler Ebene fördern die Fondation L’Oréal und die UNESCO bereits seit 1998 Frauen in der Forschung. Das Programm hat weltweit bereits mehr als 4'700 Wissenschaftlerinnen unterstützt, darunter sieben spätere Nobelpreisträgerinnen.
Claire Dieudonné, Country Coordinator & Market Director Consumer Products, L’Oréal Switzerland
«Mit ‘For Women in Science’ unterstützen wir herausragende Nachwuchsforscherinnen und machen ihre Erfolge sichtbar. Die diesjährigen Preisträgerinnen zeigen die Leidenschaft und das Zukunftspotenzial, die in der Wissenschaft stecken. Sie inspirieren die nächste Generation und stärken die Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft. Gemeinsam setzen wir uns für mehr Chancengleichheit und eine starke Zukunft der Forschung ein.»
Thomas Zeltner, President of the Swiss Commission for UNESCO
«Die Preisträgerinnen 2026 beeindrucken nicht nur durch ihre wissenschaftlichen Leistungen, sondern auch durch ihre Entschlossenheit, ihre Kreativität und ihren Beitrag zu einer besseren Zukunft. Sie verkörpern genau das, wofür ‘For Women in Science’ steht: wissenschaftliche Exzellenz, gesellschaftliche Relevanz und die Kraft, andere zu inspirieren. Der Abend hat uns daran erinnert, wie wichtig es ist, Frauen in der Wissenschaft sichtbar zu machen und sie zu fördern. Wir können es uns nicht leisten, auf die Ideen, das Wissen und die Talente der Hälfte der Menschheit zu verzichten: Frauen bringen die Wissenschaft voran, und die Wissenschaft bringt die Welt voran.»
Benoît Dubuis, President of the Swiss Academy of Engineering Sciences SATW
«Die diesjährigen Auszeichnungen unterstreichen das enorme Potenzial des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Schweiz. Besonders beeindruckt haben mich das Engagement und das innovative Denken, mit denen die Preisträgerinnen forschen. Ihr Erfolg sendet ein starkes Signal und kann viele Mädchen und junge Frauen ermutigen, ihre Zukunft in der Forschung zu sehen.»
Über die Schweizerische UNESCO-Kommission
Die Schweizerische UNESCO-Kommission ist eine ausserparlamentarische Bundeskommission mit beratender Funktion, die 1949 durch Beschluss des Bundesrates eingesetzt wurde. Ihr Auftrag ist es, die Verbindung zu den Behörden in der Schweiz in allen UNESCO-relevanten Fragen zu gewährleisten. Die Kommission fördert auch die intellektuelle Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene in den Kompetenzbereichen der UNESCO zwischen interessierten Partnern und Institutionen sowie in der breiten Öffentlichkeit.
Über die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW
Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) ist das wichtigste Expertennetzwerk für Ingenieurwissenschaften in der Schweiz und steht in Kontakt mit den höchsten Schweizer Gremien für Wissenschaft, Politik und Industrie. Das Netzwerk umfasst gewählte Einzelmitglieder, Mitgliedorganisationen und Experten. Die SATW identifiziert industriell relevante technologische Entwicklungen im Auftrag des Schweizer Bundes und informiert Regierung und Öffentlichkeit über deren Bedeutung und Konsequenzen. Als einzigartige Expertenorganisation mit hoher Glaubwürdigkeit vermittelt sie unabhängige und objektive Informationen über Technologie als Grundlage für fundierte Meinungen. Die SATW fördert auch das Interesse und Verständnis für Technologie in der breiten Bevölkerung und insbesondere bei jungen Menschen. Sie ist politisch unabhängig und nicht-kommerziell.
Über L'Oréal
Seit über 115 Jahren widmet sich L’Oréal, das weltweit führende Unternehmen im Beauty-Bereich, nur einem Ziel: den Schönheitswünschen der Verbraucherinnen und Verbraucher auf der ganzen Welt gerecht zu werden. Unser Ziel, die Schönheit zu schaffen, die die Welt bewegt, definiert unseren Ansatz in Bezug auf Schönheit als unverzichtbar, inklusiv, ethisch, großzügig und der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit verpflichtet. Mit unserem breiten Portfolio von 40 internationalen Marken und unseren ehrgeizigen Nachhaltigkeitsverpflichtungen im Rahmen unseres Programms „L’Oréal for the Future“ bieten wir jedem einzelnen Menschen auf der ganzen Welt das Beste in Sachen Qualität, Wirksamkeit, Sicherheit, Aufrichtigkeit und Verantwortung und feiern gleichzeitig die Schönheit in ihrer unendlichen Vielfalt.
Mit mehr als 95.000 engagierten Mitarbeitern, einer ausgewogenen geografischen Präsenz und einem Vertrieb über alle Vertriebskanäle (E-Commerce, Massenmarkt, Kaufhäuser, Apotheken, Parfümerien, Friseursalons, Marken- und Reiseeinzelhandel) erzielte der Konzern im Jahr 2025 einen Umsatz in Höhe von 44,05 Milliarden Euro. Mit 22 Forschungszentren in 7 regionalen Hubs weltweit und einem engagierten Forschungs- und Innovationsteam aus über 4.000 Wissenschaftlern sowie mehr als 8.000 Talenten aus den Bereichen Digital, Technik und Daten konzentriert sich L’Oréal darauf, die Zukunft der Schönheit zu gestalten und zu einem führenden Unternehmen im Bereich Beauty-Tech zu werden.
Im Jahr 2025 wurde L’Oréal vom Fortune-Magazin unter 300 Unternehmen in einem Ranking, das 21 Länder und 16 Branchen in Europa umfasste, zum innovativsten Unternehmen Europas gekürt.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz beschäftigt L'Oréal rund 3’000 Mitarbeiter:innen. Auch in der Schweiz ist L’Oréal Kosmetikmarktführer. Die Gruppe ist hierzulande an zwei Standorten vertreten.
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