
2025 war ein historisches Jahr für Frankreich. Nicht, weil Notre-Dame endlich wieder vollständig für Besucher:innen geöffnet wurde oder weil Paris weiterhin unter den meistbesuchten Städten der Welt ist. Sondern weil die Franzosen erstmals in der modernen Geschichte mehr Bier als Wein konsumierten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wiederum ist Bier ohnehin seit jeher die unangefochtene Nummer eins. Was uns zu folgendem Experiment verleitet: Wie sieht ein Wochenende in Bordeaux aus, der unangefochten berühmtesten Weindestination der Welt, und zwar ohne einen einzigen Tropfen Wein?
Das mag zunächst fast schon obszön klingen, steht Bordeaux schließlich wie kaum eine andere Stadt für Weinberge, Verkostungen und große Châteaus. Doch jenseits der Weinkultur verbirgt sich eine Stadt, die längst auch von unabhängigen Lebensmittelproduzenten, innovativen Köpfen, Craft-Bier-Brauereien und einer überraschend lebendigen Kulturszene geprägt wird.
Ein weinfreies Wochenende beginnt am besten mit einer anderen lokalen Ikone: dem Canelé. Bei Cassonade, einer Bordelaiser Pâtisserie, die sich ganz dem berühmtesten Gebäck der Stadt verschrieben hat, werden die kleinen Küchlein täglich in traditionellen Kupferförmchen gebacken. Außen karamellisiert und knusprig, innen weich und saftig, gehören sie zu den kulinarischen Aushängeschildern der Stadt. Die Filiale in der Rue Saint-James, direkt unterhalb der historischen Grosse Cloche, ist der perfekte Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch die Altstadt.
Wer für seinen Aufenthalt eine zentrale und unkomplizierte Basis sucht, ist im
Mercure Bordeaux Centre Gare Atlantic gut aufgehoben. Das Hotel liegt direkt gegenüber des Bahnhofs in einem liebevoll restaurierten Stadthaus. Herzstück des Hotels ist das Bistro
Le Saint-Jean, das regionale Produkte und traditionelle Rezepte modern interpretiert.
Von hier aus lässt sich Bordeaux hervorragend zu Fuß erkunden. Die elegante Architektur aus hellem Kalkstein, großzügige Boulevards und zahlreiche unabhängige Boutiquen haben der Stadt schon oft Vergleiche mit Paris eingebracht, wenn auch in einer deutlich kompakteren und entspannteren Version. Zwischen historischen Fassaden finden sich Concept Stores, Galerien und kleine Cafés, die Bordeaux eine überraschend moderne Seite verleihen.
Besonders stark verändert hat sich in den vergangenen Jahren das Viertel Chartrons. Einst das Zentrum des Bordelaiser Weinhandels, zählt es heute zu den kreativsten Ecken der Stadt. Hier reihen sich Galerien, Designgeschäfte, Manufakturen und junge Gastronomiekonzepte aneinander. Auch die Craft-Bier-Szene hat sich hier einen festen Platz erobert. Ein gutes Beispiel dafür ist die Bordeaux Beer Factory, wo die Biere direkt im Viertel gebraut und neben limitierten Editionen sowie saisonalen Spezialitäten ausgeschenkt werden.
Passend dazu liegt das
Mercure Bordeaux Château Chartrons nur wenige Minuten entfernt. Das Hotel befindet sich in ehemaligen, aufwendig renovierten Weinkellern und verfügt über 215 Zimmer, ein Restaurant unter einem beeindruckenden Glasdach, eine Gartenterrasse, Bar und einen Fitnessbereich. Gleichzeitig sind die Cité du Vin und die Bassins des Lumières bequem mit der Straßenbahn erreichbar.
Neben den Canelés gehört auch die Guinette Bordelaise zu den lokalen Spezialitäten. Dabei handelt es sich um eine in Kirschwasser eingelegte Kirsche, umhüllt von Fondant und dunkler Schokolade. Probieren lässt sich diese süße Versuchung beispielsweise in der traditionsreichen Chocolaterie Saunion, die seit Generationen handwerklich gefertigte Schokoladenspezialitäten herstellt. Darüber hinaus gehören Kaviar aus Aquitanien oder frische Austern von der nahen Atlantikküste zu den regionalen Klassikern.
Die vermutlich überraschendste Station eines weinfreien Bordeaux-Wochenendes heißt aber Moon Harbour. Mitten im historischen Hafengebiet gelegen, befindet sich hier die erste Whisky-Destillerie der Stadt. Die vor Ort produzierten Whiskys reifen in ehemaligen Bordeaux-Weinfässern – und zwar in einem Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Kaum ein Ort steht so sinnbildlich für die Entwicklung der Stadt: tief in ihrer Geschichte verwurzelt und gleichzeitig offen für Neues.
Nur wenige Minuten entfernt wartet bereits die nächste Überraschung. In einem ehemaligen U-Boot-Bunker befindet sich mit den Bassins des Lumières eines der spektakulärsten Kulturprojekte Frankreichs. Riesige Betonwände und Wasserbecken werden hier zu Leinwänden für immersive digitale Kunstausstellungen. Kaum eine Attraktion könnte weiter von dem Bild entfernt sein, das viele noch immer mit Bordeaux verbinden.

Wer den nördlichen Teil der Stadt und das Kulturviertel rund um die Hafenanlagen erkunden möchte, findet im
Pullman Bordeaux Lac eine passende Unterkunft. Zwischen Innenstadt und Veranstaltungsviertel gelegen, bietet das Hotel großzügige Zimmer, teilweise mit Blick auf den See, dazu einen Außenpool, Fitnessbereich, das Restaurant L'Aquitania und eine direkte Straßenbahnanbindung ins historische Zentrum.
Für den letzten Abend lohnt sich schließlich ein Abstecher ins Viertel Saint-Jean, das sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt hat. Nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt, eröffnet dort im September 2026 das
Hotel 56 Bordeaux – Handwritten Collection. Überall in dem kleinen Boutique-Hotel mit 89 Zimmern spiegelt sich die Liebe des Hoteleigentümers für zeitgenössische Kunst wider. Keineswegs sollte man sich dort einen Sundowner in der Rooftop-Bar
Rivamour mit Blick auf die Garonne entgehen lassen.

Eines wird nach einem Wochenende in Bordeaux schnell klar:
Wein wird immer ein wichtiger Teil der Identität von Bordeaux bleiben. Doch hinter den Weinbergen verbirgt sich eine Stadt voller Konditoren, Chocolatiers, Brauer, Whisky-Produzenten, Designer und Künstler. Wer bereit ist, den Blick einmal von der Weinkarte zu lösen, entdeckt eine Seite von Bordeaux, die weit über das hinausgeht, wofür die Stadt berühmt geworden ist.
ÜBERNACHTEN IN BORDEAUX
Pullman Bordeaux Lac
Zwischen Innenstadt und dem Viertel Bordeaux Lac gelegen, bietet das Pullman Bordeaux Lac 166 großzügige Zimmer, teilweise mit Seeblick, dazu das Restaurant L'Aquitania, eine elegante Bar, einen Außenpool, einen Fitnessbereich sowie eine direkte Straßenbahnanbindung ins Zentrum.
Hotel 56 Bordeaux – Handwritten Collection
Das Hotel wird im September 2026 nahe des Bahnhofs eröffnen. Neben rund 90 Zimmern mit 70er-Vibes gibt es eine Rooftop-Bar mit verschiedenen Drinks und Gerichten, ein Frühstücksrestaurant und einen Fitnessraum.
Mercure Bordeaux Château Chartrons
Das Hotel befindet sich in renovierten ehemaligen Weinkellern im historischen Chartrons-Viertel und bietet 215 Zimmer, ein Restaurant unter einem Glasdach, eine Gartenterrasse, eine Bar, einen Fitnessbereich sowie eine schnelle Anbindung an die Cité du Vin und die Bassins des Lumières.
Mercure Bordeaux Centre Gare Atlantic
Direkt gegenüber dem Bahnhof Saint-Jean gelegen, verbindet das Hotel den Charme eines sorgfältig restaurierten Bordelaiser Stadthauses mit modernem Komfort. Zum Haus gehören das Bistro Le Saint-Jean sowie eine direkte Straßenbahnanbindung ins Stadtzentrum in weniger als zehn Minuten.
Fotocredit : Accor