DND 26. Juni - Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel

Mit ihrer Resolution 42/112 vom 7. Dezember 1987 hat die UNO-Generalversammlung[1] den 26. Juni zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel erklärt und damit ihre Entschlossenheit bekräftigt, die Massnahmen und die Zusammenarbeit im Hinblick auf ein ehrgeiziges Ziel zu verstärken: eine internationale Gesellschaft ohne Drogenkonsum.

Dieser weltweit begangene Tag, der jedes Jahr von Einzelpersonen, Gemeinschaften und verschiedenen Organisationen auf der ganzen Welt unterstützt wird, zielt darauf ab, die Öffentlichkeit für das grosse gesellschaftliche Problem zu sensibilisieren, das illegale Drogen darstellen. 

Das Programm des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC)[2] stellt für das Jahr 2026 mehrere Themen in den Vordergrund. An erster Stelle steht die Einleitung neuer Präventionsmassnahmen, um die Anfälligkeit von Menschen, insbesondere von Jugendlichen und Gemeinschaften, zu verringern und zu beseitigen, indem das Risiko ihrer Ausbeutung durch kriminelle Netzwerke gesenkt wird.

Der Verein „Sag Nein zu Drogen, sag Ja zum Leben“[3] arbeitet seit mehreren Jahrzehnten in diesem Sinne. Er wird von der Stiftung „Für eine drogenfreie Welt“[4] unterstützt, die ihm Informationsbroschüren, DVDs, Sets für Pädagogen und diverses Werbematerial zur Verfügung stellt. Ihr Ziel ist es, Jugendliche, Eltern und Pädagogen wirksam über die Gefahren von Drogen aufzuklären. Der Verein hat in der Schweiz Hunderttausende von Broschüren verteilt und Vorträge an Schulen, in Vereinen und privaten Kreisen gehalten. Durch Information und Aufklärung wird das Bewusstsein für die Gefahren geschärft, die Drogen für die körperliche und psychische Gesundheit darstellen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Jugendliche besonders empfänglich dafür sind, sachliche, nicht moralisierende Informationen zu erhalten, die es ihnen ermöglichen, selbst die Entscheidung zu treffen, keine psychotropen Substanzen zu konsumieren oder den Konsum einzustellen. Das Aufzeigen realer Beispiele und Aussagen von Gleichaltrigen ist dabei von grossem Wert. 

Wie sieht es mit der Prävention in der Schweiz aus?

Artikel 1a des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel (BetmG)[5] definiert das Vier-Säulen-Prinzip, nämlich:

a. Prävention;

b. Therapie und Wiedereingliederung;

c. Schadenminderung und Überlebenshilfe;

d. Kontrolle und Repression.

Der Bund hat eine Nationale Strategie Sucht[6] definiert, die 2015 verabschiedet und anschliessend bis 2028 verlängert wurde. Diese Strategie dient als Handlungsrahmen für Kantone, Städte, NGOs und Fachleute. Im Rahmen dieser Strategie koordiniert der Bund die zu treffenden Massnahmen, finanziert nationale Projekte und sorgt für Kohärenz zwischen Prävention, Therapie und Schadenminderung. 

Der Verein «Sag Nein zu Drogen, sag Ja zum Leben» engagiert sich für Prävention im ursprünglichen Sinne: im Voraus handeln. Seine Massnahmen richten sich an die Bevölkerung, um zu verhindern, dass Menschen überhaupt erst dazu kommen, Drogen zu konsumieren.

Logischerweise sollte eine gut durchdachte Prävention den Aufwand bei den drei anderen Säulen begrenzen. Betrachtet man jedoch die personellen und finanziellen Anstrengungen, die Bund und Kantone seit Jahren unternehmen, so zeigt sich, dass diese weitaus stärker auf Therapie und Schadenminderung ausgerichtet sind. Es gibt nur sehr wenige Präventionsmassnahmen an den Schulen, und diese Prävention erreicht die Bevölkerung nur schwer. Zahlreiche Lehrpersonen haben uns bestätigt, dass die Lehrpläne keine angemessene Prävention in Bezug auf Drogen und deren Gefahren vorsehen. Wir haben auch Aussagen von Polizisten aus mehreren Kantonen, die sich beklagt haben: Obwohl sie dazu aufgerufen sind, Präventionsarbeit an den Schulen zu leisten, verfügen sie weder über genügend Zeit noch über geeignetes Material und erhalten keine spezifische Ausbildung dafür.

Zusammenfassend stellen wir pragmatisch fest, dass die Prävention die Jugendlichen nicht ausreichend erreicht.

Wie sieht die Drogensituation vor Ort in der Schweiz aus?

Der Konsum

Wir stellen einen Anstieg des Konsums fest. Laut einer Studie der Europäischen Drogenagentur (EUDA) (https://www.euda.europa.eu/publications/pods/waste-water-analysis_en), die Spuren im Abwasser von Kläranlagen erfasst, ist Cannabis davon betroffen, insbesondere in der Westschweiz. Das Gleiche gilt für Kokain: Genf und Zürich gehören zu den Top Ten der europäischen Städte.

Der Drogenhandel

Die Jahre 2025 und 2026 waren in der Schweiz und in Frankreich von einem Wiederanstieg der mit dem Drogenhandel verbundenen Gewalt geprägt, in die immer mehr Jugendliche verwickelt waren. Es wurde ein Anstieg bei der massiven Anwerbung von Minderjährigen durch Banden über soziale Netzwerke (Snapchat, Instagram, TikTok) festgestellt, wobei Manipulationsmethoden und das Versprechen von schnellem Geld zum Einsatz kamen. Dieses Phänomen ist Teil einer europaweiten und internationalen Entwicklung; es war Gegenstand umfangreicher Medienberichterstattung, die sowohl das Ausmass des Problems als auch die Vielfalt der Vorgehensweisen aufzeigte [z. B. der Fall in der Cité Aldrin in Siders (https://www.rts.ch/info/regions/valais/2025/article/trafic-de-drogue-a-sierre-30-arrestations-et-saisies-record-en-valais-28794664.html), wobei die Organisation ähnlich wie in den französischen Vororten aufgebaut ist, mit Anführern, Lieferanten, Spähern und Schlägern, oder der Fall „Happy Mania“ in Genf (https://www.tdg.ch/vaste-trafic-de-stupefiants-a-geneve-une-elue-verte-a-ete-arretee-341191085332), bei dem die Drogen über Bestellungen per WhatsApp und anschliessend per Telegram geliefert wurden, ähnlich wie bei Uber Eats]. Auch die Beschlagnahmungen durch Zoll und Polizei haben zugenommen. (https://www.rts.ch/info/suisse/2026/article/saisies-record-de-cigarettes-et-stupefiants-aux-douanes-suisses-en-2025-29186932.html)

Der Strassenhandel in unseren Städten ist deutlich sichtbar und beunruhigt die Bevölkerung. Trotz polizeilicher Massnahmen sind die Dealer nach wie vor präsent und aktiv. Zudem entwickelt sich das Geschäftsmodell der Drogenhändler rasch weiter. Ihr Budget ist beträchtlich. Die polizeilichen Mittel und die Gesetzgebung müssen sich ständig anpassen.

Welche Lösungen gibt es?

Die Nachfrage ist es, die den Handel antreibt. Deshalb muss man die Dinge auf der Nachfrageseite in die Hand nehmen. Denn abgesehen von den Suchtkranken gibt es zahlreiche Gelegenheitskonsumenten, die nicht unbedingt abhängig sind. Die Prävention muss sich daher an sie richten. Aus welchen Gründen nehmen Jugendliche Drogen? Aussagen zeigen, dass sie dies unter anderem tun, um dazuzugehören, dem Alltag zu entfliehen oder sich zu entspannen, aus Langeweile, um zu feiern, um sich erwachsen zu fühlen, aus Rebellion oder um eine Erfahrung zu machen. Diese Beweggründe wiegen jedoch kaum die Schäden auf, die Drogen sowohl für die psychische als auch für die physische Gesundheit verursachen.

Jugendliche schätzen die Präventionskampagnen des Vereins „Sag Nein zu Drogen, sag Ja zum Leben“da diese einfache Informationen mit unbestreitbaren wissenschaftlichen Fakten und Erfahrungsberichten von echten Menschen vermitteln. Sie verbieten nichts und halten keine Moralpredigten, sondern informieren. Wer über korrekte Informationen zu den Gefahren verfügt, kann so selbst entscheiden, keine Drogen zu konsumieren oder damit aufzuhören.

Der Verein „Sag Nein zu Drogen, sag Ja zum Leben“ erzielt Ergebnisse mit einfachen und kostengünstigen Mitteln: Verteilung von Informationsbroschüren und DVDs über die bedeutendsten Drogen, Beiträge in den sozialen Netzwerken, Vorträge in Schulen, Unternehmen und Gemeinschaften, Ausbildung von Referenten usw. Sie können dazu beitragen, eine drogenfreie Welt zu schaffen, indem Sie die Präventionsmittel nutzen, die dieser Verein kostenlos zur Verfügung stellt.

[1] https://docs.un.org/en/A/RES/42/112

[2] https://www.unodc.org/unodc/en/index.html

[3] https://neinzudrogen.ch

[4] Diese Stiftung geniesst den ECOSOC-Status der UNO, was bedeutet, dass sie als Beraterin beim Wirtschafts- und Sozialrat der UNO anerkannt ist (https://esango.un.org/civilsociety/showProfileDetail.do?method=showProfileDetails&profileCode=669006&tab=3&locale=en/).

[5] https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1952/241_241_245/de

[6] https://www.bag.admin.ch/de/nationale-strategie-sucht

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