Smart Propylaia
Roland Baldi Architects

wischen den bewaldeten Hängen des Vinschgaus und der dörflichen Struktur von Eyrs, einer Fraktion der Gemeinde Laas, setzt das neue Zivilschutzzentrum einen selbstbewussten architektonischen Akzent. Der Bau aus grün eingefärbtem Dämmbeton vereint die funktionalen Anforderungen der Freiwilligen Feuerwehr mit einer prägnanten gestalterischen Haltung. Seine monolithische Erscheinung verleiht dem Gebäude eine starke Identität, während die Farbigkeit einen subtilen Dialog mit der umgebenden Landschaft eingeht.

Topografische Logik und skulpturale Präsenz

Die Architektur des neuen Zivilschutzzentrums entwickelt sich konsequent aus den spezifischen Parametern seines Standorts. Auf einem trapezförmigen Grundstück situiert, übersetzt der Entwurf die Grundstücksgrenzen direkt in die Gebäudekubatur. Das Ergebnis ist eine prägnante Geometrie, die sich dem Betrachter als kompakter, monolithischer Körper präsentiert.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Differenzierung der Volumina gelegt: Während die Fahrzeughalle eingeschossig bleibt, ist der Mannschafts- und Verwaltungsbereich zweigeschossig organisiert. Aus dieser Höhenstaffelung entwickelt sich das markant geneigte Dach, das beide Nutzungsbereiche zu einer homogenen Gesamtfigur zusammenführt. Der Schlauchturm ist zugleich vertikaler Akzent und funktionaler Fixpunkt: Er durchstößt die Dachlinie als weithin sichtbare Stele und markiert - ergänzt durch das Wappen der Feuerwehr am höchsten Punkt - die Präsenz der Institution im öffentlichen Raum.

Roland Baldi Architects

Architektur für den Einsatzalltag

Die innere Organisation folgt den Anforderungen des Einsatzbetriebs. Kurze Wege und klar strukturierte Abläufe bestimmen die Anordnung der Räume auf drei Ebenen.

Roland Baldi Architects

Im Erdgeschoss befinden sich die Fahrzeughalle mit vier Stellplätzen, der Kommandoraum, die Umkleiden sowie ein Bereitschaftsraum. Die Bewegungsabläufe der Einsatzkräfte wurden bereits im Entwurfsprozess berücksichtigt, um im Alarmfall eine möglichst effiziente Nutzung zu gewährleisten. Im Obergeschoss sind die gemeinschaftlich genutzten Bereiche wie Küche und Schulungssaal untergebracht. Von hier aus eröffnet sich ein direkter Blick in die Fahrzeughalle, wodurch die unterschiedlichen Funktionsbereiche räumlich miteinander verbunden werden. Das Untergeschoss nimmt die technische Infrastruktur, Lagerflächen und das Archiv auf. Ein zentral angeordneter Aufzug gewährleistet die barrierefreie Erschließung aller Ebenen.

Dämmbeton als identitätsstiftendes Material

Prägendes Element des Gebäudes sind die Außenwände aus grün eingefärbtem Dämmbeton. Das Material vereint Tragfähigkeit und Wärmedämmung in einer monolithischen Konstruktion. Je nach Anforderung wurden mineralische Leichtzuschläge unterschiedlicher Korngrößen mit Zement, Wasser und speziellen Zusatzmitteln kombiniert. Neben seinen bauphysikalischen Eigenschaften überzeugt der Dämmbeton durch Langlebigkeit, Nichtbrennbarkeit und vollständige Recyclebarkeit. Seine porige Struktur verbessert die thermische Trägheit und trägt zu einem ausgeglichenen Raumklima bei. Gleichzeitig verleiht sie der Gebäudehülle eine charakteristische haptische Tiefe.

Das Tragwerk und die Geschossdecken wurden in Stahlbeton ausgeführt. Großzügige Aluminiumfenster mit Isolierverglasung sorgen für helle Innenräume, während robuste Materialien wie Harzböden sowie Stahl- und Holztüren den Anforderungen des täglichen Betriebs gerecht werden. Die Wahl des Farbtons ist ein subtiles Spiel mit der Umgebung: Das Grün setzt sich bewusst von der eher konventionellen, grau-weiß-beigen Farbtypologie des Dorfes ab. Gleichzeitig sucht das Gebäude den Dialog mit der Landschaft. Je nach Sonnenstand und Jahreszeit changiert die Wirkung des Baukörpers: Mal zeichnet er sich deutlich als skulpturaler Solitär im Dorfgefüge ab, mal scheint er mit den bewaldeten Hängen des Tales zu verschmelzen. Der für die Gebäudehülle gewählte Grünton prägt auch die Innenräume. Betonwände, Harzböden, Stahltüren und Möbelbeschichtungen sind im selben Farbton gehalten und führen das gestalterische Konzept des Gebäudes konsequent weiter.

Ein neuer Bezugspunkt für Eyrs

Mit dem neuen Zivilschutzzentrum erhält die Freiwillige Feuerwehr Eyrs eine funktionale und zukunftsfähige Infrastruktur. Gleichzeitig entsteht ein Bauwerk, das über seine rein technische Aufgabe hinaus Wirkung entfaltet. Die präzise Geometrie, der innovative Einsatz von Dämmbeton und die charakteristische Farbgebung verleihen dem Gebäude eine starke Identität im Ortsbild. So etabliert sich der grüne Monolith als neuer Orientierungspunkt zwischen Dorf und Landschaft - ein Bauwerk, das Funktionalität und architektonischen Anspruch selbstverständlich miteinander verbindet.

Office profile

Roland Baldi Architects, based in Bolzano/South Tyrol, covers a broad spectrum of projects which vary in scale, context and function - from public and private buildings to commercial buildings, urban planning and interior design. Their architecture is characterised by a great sensitivity for context, functionality and a contemporary design language: simple but different. An essential aspect is to reduce architecture to its very essence and its most simple form, even for the most complex of tasks. The use of pure materials and colours as well as the consideration of local references, results in a clear, high-quality and timeless architecture. In all phases of the project, the office’s approach has as its centrality the user and their needs and expectations. Beyond project-related research and planning, the office participates actively, critically and reflectively in current debates on contemporary architecture, art and design.

Some of the most important projects have been the Merano 2000 ropeway, the TechnoAlpin headquarters Bolzano, the Kindergarten Sluderno, the Civil protection centre Ritten, the Mobility centre Collalbo and many others. Many of the implemented projects have been awarded with national and international architecture awards and presented in reputable exhibitions (i.a. Biennale of Architecture São Paulo, Biennale of Architecture Venice, Premio Architettura Città di Oderzo, South Tyrolean Architecture Prize, best architects award, Iconic Awards, Premio Architetto dell'anno, Wood Architecture Prize).

Roland Baldi

Photo : Oskar Da Riz.

Pressemitteilungen in Zusammenarbeit mit cChic News und cChic Magazine


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